Einschulung

Einschulung: Alles was Sie dazu wissen müssen

Keine Kommentare

Wie kann ich mein Kind auf den ersten Vorschultag vorbereiten?
Denn mein Kind kann es kaum erwarten, bis sie endlich in die Vorschule darf, obwohl dies noch 5 Monate dauert. Wir sind nicht sicher, ob die Einschulung für unser Kind nun angebracht ist oder ob es besser wäre, wenn unser Mädchen ein Jahr später eingeschult wird? Einerseits kann sie schon viel und würde gerne die Vorschule besuchen und andererseits ist sie noch sehr kleinkindlich.

Ein positiver Eintritt in das Schulsystem ist für ein Kind sehr wichtig. Laut Studien hat der Schulanfang Einfluss auf die „Schulkarriere“ eines Kindes. Das Wichtigste ist jedoch, dass das Kind gerne in den Kindergarten (CH) / Vorschule (CH) / Einschulungsklasse (D) geht. Deshalb ist es lohnenswert, wenn Eltern sich frühzeitig darüber Gedanken machen. In allen Ländern hat der Schulanfang, wenn das Kind ins Schulsystem eintritt, einen anderen Namen. In der Schweiz wird dies Kindergarten oder Vorschule genannt. In Deutschland heisst dies Einschulungsklasse.

In diesem Text werden folgende Fragen von Eltern beantwortet:

– Sollen wir unser Kind einschulen lassen oder ist es besser, wenn wir mit der Einschulung noch warten? Wer entscheidet über die Einschulung beziehungsweise die Rückstellung?
– Wie sinnvoll ist eine vorzeitige Einschulung? Wer entscheidet über eine vorzeitige Einschulung?
– Wie kann ich mein Kind auf die Vorschule (CH) / Einschulungsklasse (D) vorbereiten?
Stichtag Einschulung Schweiz
Stichtag Einschulung Deutschland
Früheinschulung ist rückläufig:

In Deutschland, Schweiz und Österreich ist laut einer Studie der europäischen Wirtschaftsforschung, der Trend der frühen Einschulung rückläufig. Denn laut dieser Studie gehen junge eingeschulte Kinder weniger auf das Gymnasium.

Spätere Einschulung oder vorzeitige Einschulung beantragen: 

In der Schweiz werden Kinder mit 4-Jahren und in Deutschland mit 5-6 eingeschult. Je nach gesetzlicher Regelung dürfen die Eltern selbst entscheiden, ob das Kind mit 4 oder 5 Jahren eingeschult wird oder nicht (in der Schweiz ist dies unterschiedlich kantonal geregelt und in Deutschland ist es je nach Bundesland ebenfalls anders, siehe hierfür die unten aufgeführte Tabelle). Und in diversen regionalen Gebieten müssen die Kinder mit 4 Jahren eingeschult werden und Eltern dürfen nicht wählen, ob Sie damit einverstanden sind, denn das letzte Wort hat dann bei der Einschulung die zuständige Behörde. Bestehen jedoch erhebliche Zweifel, kann der Institution  ein Gesuch eingereicht werden. In diesem Gesuch wird eine spätere Einschulung beantragt, weil das Kind aus entwicklungspsychologischer Sicht noch kleinkindlich ist und emotional noch nicht soweit ist. Es gibt Schulen bei denen braucht es für ein solches Gesuch keine vorgängige Abklärung des Entwicklungstandes des Kindes und manche Schulen stimmen diesem nur zu, wenn das Kind im Vorfeld abgeklärt wird. Hierzu im nächsten später mehr. Fragen Sie doch bei der Schule nach, was für ein mögliches Rückstellungsgesuch oder für eine frühzeitige Einschulung verlangt wird. Dann wissen Sie auch wann für ein solches Gesuch die Eingabefrist istUnd wer schlussendlich über die spätere oder vorzeitige Einschulung des Kindes entscheidet, denn dies kann sehr unterschiedlich sein. Nachfragen lohnt sich, denn meistens sind alle Beteiligten daran interessiert, das Beste für das Kind zu wollen und sind daher sehr kooperativ.

Sind Sie wirklich trotz Nachfragen im Zweifel, was nun das Beste für Ihr Kind ist? Dann entscheiden Sie sich im Zweifelsfall für die Rückstellung, also für die spätere Einschulung, denn dann geht dies sicherlich nicht auf Kosten des Selbstwertgefühls Ihres Kindes. Hierzu im Ebook „Was Eltern WIRKLICH Wissen müssen“ mehr.

Psychologische Abklärung des Entwicklungstands von Ihrem Kind:

Manche Institutionen stimmen einem Rückstellungsgesuch nur zu, wenn das Kind im Vorfeld eine Untersuchung bei der Erziehungsberatung von Psychologen durchlaufen hat. Mmm wer möchte schon, dass sein Kind bereits in dem jungen Alter von Psychologen begutachtet wird? Wohl eher wenige Eltern. Denn der Begriff Psycho schreckt schon ab. Die meisten Psychologen haben sehr Verständnis für die Anliegen der Eltern und die Untersuchung läuft für das Kind sehr spielerisch ab. So dass dem Kind Zuhause gesagt werden kann, dass man heute mit jemandem anderen spielen geht. Wenn dies dem Kind so kommuniziert wird, hat das Kind auch nicht das Gefühl es sei schlecht… Für das Kind ist es sehr entscheidend wie Sie den Besuch bei der Beratung verpacken.

Entscheiden Sie sich für die Einschulung:

Hier ist es wichtig, dass Sie sich das Anwesenheitspensum des Kindes überlegen. Bei Eintritt der Vorschule besteht die Möglichkeit die Anzahl der zu besuchenden Lektionen zu wählen.
Aus den Rückmeldungen der Eltern und dem Erziehungspersonal ist für viele Kinder das volle Pensum meist eine Überforderung des Kindes, da dieses nicht immer dem aktuellen Entwicklungsstand des Kindes entspricht (in der Schweiz darf im ersten Kindergartenjahr das Pensum bis zu 2 Halbtagen reduziert werden).
In der Schweiz müssen rechtlich gesehen, die Blockzeiten eingehalten werden und jedes Kind hat das Recht ein volles Pensum, also die Maximale Anzahl der Lektionen, zu besuchen.
Wenn Sie sich unsicher sind, dann entscheiden Sie sich im Zweifelsfall für das tiefere Pensum. Denn eine Aufstockung des Pensums ist im Laufe des Jahres möglich. Auf wann eine Aufstockung möglich ist, gibt Ihnen die Institution genauer Auskunft. Für Ihr Kind ist es einfacher hinzunehmen das Pensum aufzustocken, denn zu reduzieren. Bei einer Reduktion kann es vorkommen, dass das Kind ein Gefühl des Versagens erlebt.

Immer noch unsicher? 

Sind Sie sich noch immer unsicher, nachdem Sie dies gelesen haben, nehmen Sie vor der Einschulung Rücksprache mit dem Fachpersonal von der Institution, welche Ihr Kind besuchen wird. Stellen Sie aber fest, dass für die Einschulung noch nicht der Zeitpunkt ist, dann tun Sie sich und vor allem Ihrem Kind gut daran, wenn Sie nach Alternativen suchen. Zum Beispiel noch ein weiteres Jahr die Kinderkrippe, Kita oder in Deutschland den Kindergarten zu besuchen.

Erster Einschulungstag:

In der Regel begleitet ein Elternteil sein Kind. Ich habe auch schon erlebt, dass Grosseltern oder auch Patentanten mitgekommen sind. Es gab auch schon Kinder die keine Begleitung wollten und dies wurde von den Eltern ebenfalls akzeptiert und diese haben das Erziehungspersonal darüber informiert. Wichtig ist, dass die Begleitung für das Kind stimmt. Was ein Kind zur Einschulung anzieht, wird unterschiedlich gehandhabt. Toll ist es, wenn das Kind in seinen Kleidern wohl ist.

Was sollte ein Kind zum Einschulungszeitpunkt bereits selbstständig ausüben können?

Einen positiven Vorschulstart ist für ein Kind sehr wichtig. Denn wenn Ihr Mädchen die Einschulung positiv erlebt, dann ermöglichen Sie ihr gelassen und selbstbewusst zu starten. Laut Studien hat der Schulstart grosse Auswirkungen auf die darauffolgende Schulzeit. Genau aus diesem Grund gilt der Einschulung mehr Beachtung zu schenken. Damit Sie ihr Mädchen bestmöglich unterstützen können, um ihr einen selbstbewussten und gelassenen Start zu ermöglichen sind 9 Möglichkeiten für eine gelassene und selbstsichere Einschulung aufgeführt:

Schnuppertag: In der Regel gibt es vor dem Kindergartenbeginn einen Besuchstag. Indem Sie dieses Angebot nutzen, lernen Sie und Ihr Kind die Umgebung, andere Kinder und die Erzieherin kennen. Dann lässt sich der erste Tag viel gelassener beschreiten, weil man weiss was auf einen zukommt. Zu einem solchen Schnuppertag werden in der Regel die Eltern und das Kind eingeladen.

 

Weg ablaufen: Den zukünftigen Kindergartenweg wird mehrmals oder zumindest einmal mit Ihrem Kind ablaufen. Damit geben Sie Ihrem Kind Orientierung und Sicherheit und Ihr Kind kann sich eher auf Veränderungen einlassen. In der Regel wird der Kindergartenweg nie langweilig, denn es gibt schliesslich immer wieder Vieles zu entdecken und mit Freunden zu lachen.

Fremdbestimmung: Wenn Ihr Kind mit der Vorschule beginnt, bestimmt gewisse Zeitblöcke das Erziehungspersonal, was die Kinder lernen beziehungsweise Spielen. Zum Beispiel wird mit der ganzen Klasse ein Spiel gespielt oder gewisse Posten werden den Kindern zugeteilt etc.
Natürlich stehen gewisse Zeitblöcke zur freien Wahl des Kindes zur Verfügung und Ihr Kind darf selbst entscheiden, was es spielen und indirekt lernen kann. Aus diesem Grund unterstützen Sie Ihr Kind schon vor der Einschulung im Umgang mit Frustrationstoleranz. Denn wenn Ihrem Kind bereits bekannt ist, dass es nicht immer selbst alles entscheiden kann, kann es mit der auftauchenden Wut, wenn es nicht dort spielen kann wo es möchte, viel besser umgehen. Dies ist im Vorschulalter für die Kinder auch aus entwicklungspsychologischer Sicht im Rahmen. Denn ohne ein „echtes Nein“ gibt es auch kein „echtes Ja“. Hierzu finden Sie im Ebook „Was Eltern WIRKLICH Wissen müssen“ mehr.

Selbständiges An-und Ausziehen der Kleider, Schuhe und Jacke üben: Kinder sind sehr stolz, wenn sie etwas selbst können. Helfen Sie Ihrem Kind es selbst zu tun. Ich lasse die Kinder das Schliessen des Reissverschlusses 3 Mal selbst probieren, nachdem ich Ihnen gezeigt habe, wie dies funktioniert. Ich öffne den Reissverschluss dann wieder und sage, das kannst du sicherlich gleich selbst. Auch wenn das Kind sagt, dass es dies nicht könne, ermutige ich es dies selbst zu probieren. Damit signalisiere ich dem Kind Vertrauen. In der Regel können dies Kinder nach mehrmaligem Üben selbst. Sie sind dann ganz stolz und wachsen dann gefühlte Zentimeter 😉 Sollte dies nicht von Beginn an klappen, lobe ich die Fortschritte. Geben Sie Ihrem Kind, die dafür nötige Zeit, auch wenn es 15 Minuten länger dauern kann und rechnen Sie diese Zeit morgens ebenfalls ein (das Kind früher aufstehen lassen). Ihr Kind erlangt dadurch eine gewisse Selbstständigkeit. Man bedenke ebenfalls, dass in Institutionen oft viele Kinder und wenig Erzieher sind. Die Erzieher helfen sicherlich gerne und trotzdem ist das Kind voller Freude, wenn es zeigen kann, dass es sich selbst An-und  Ausziehen kann.

Toilettengang üben: Ebenfalls erleichtern Sie Ihrem Kind den Einstieg in die Vorschule, wenn Sie Ihr Kind lernen ohne Hilfe den Toilettengang zu üben. Je nach Institution hat das Erziehungspersonal Weisungen zu befolgen und darf daher beschränkt helfen. Bevor Sie sich selbst, und dadurch auch automatisch Ihr Kind, unter Druck setzen und Ihr Kind dies bis zum Start noch nicht gänzlich alleine können sollte, dann informieren Sie das Erziehungspersonal.

Während des Spiels kann es schon mal passieren, dass die Kinder vor lauter Spiel nicht daran denken zur Toilette zugehen. Das Erziehungspersonal weiss dies und erinnert die Kinder regelmässig zur Toilette zu gehen. Und falls mal etwas in die Hose gehen sollte, ist dies nicht weiter schlimm, denn es besteht meist die Möglichkeit Ersatzkleider in den Institutionen zu deponieren oder man packt diese in den Kinderrucksack ein. Denn dann besteht die Möglichkeit die Kleider unmittelbar zu wechseln und Ihr Kind fühlt sich dann schon viel wohler und schämt sich viel weniger.

Garderobeplatz Zuhause einrichten: Damit Ihr Kind immer alle Vorschulsachen zusammen hat, ist es empfehlenswert, wenn Ihr Kind Zuhause einen fixen Platz hat, an welchem es nach der Vorschule alle Sachen(Kindergartentasche, Kindergartenpost, Leuchtdreieck,…) hinlegen oder aufhängen kann. Für Kinder ist ein Ort, der immer am gleichen Platz ist sehr wichtig. Denn damit geben Sie Ihrem Kind die nötigen Strukturen und auch Sie können dadurch morgendliche Suchaktionen vermeiden und können dadurch stressfreier in den Tag starten.

Sämtliche Materialien organisieren und beschriften: In der Regel erhalten Sie vor dem Vorschulstart Informationen, welche Materialien Ihr Kind für den Kindergarten braucht. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Sachen kaufen und alles zusammen vorbereiten. Falls Sie Material online bestellen, können Sie auch dort Ihr Kind miteinbeziehen. Denn dann wird das Kind wiederum auf den Start vorbereitet und es kann sich danach einfacher auf die neue Situation einlassen. Vielen Eltern und auch Kindern bereitet das gemeinsame Vorbereiten viel Freude. Auch ich freute mich jeden Sommer mit meinen Eltern alles für die nächste Klasse vorzubereiten und habe daran viele tolle Erinnerungen.
Werden alle Materialien (Tasche, Essensbox, Turnkleider, Stifte…) mit dem Namen des Kindes beschriftet, wird das Vertauschen des Materials verhindert und alles kommt dann wieder zurück. Zudem kennen die jüngeren Kinder nicht immer alle Ihre Sachen und meist reagieren sie auf die Frage wem dies gehöre, dass sie es nicht wissen. Kinder helfen auch beim Beschriften gerne mit, denn manche Kinder dürfen dann rund um ihren Namen Sticker aufkleben oder auf einem Blatt Papier der Mama seinen Namen vorschreiben, damit die Mama weiss wie Sie den Namen schreiben muss 😉 Kann das Kind seinen Namen noch nicht schreiben, übt es seinen Namen zu schreiben, während die Mutter alles beschriftet.

Name üben zu schreiben: Schon oft habe ich gehört, dass ein Kind bei Beginn der Vorschule noch nicht schreiben kann. Dies müssen die Kinder noch nicht können, erleichtert ihnen aber viel, wenn sie dies schon können. Das Kind lernt seinen Namen dann in der Vorschule zu schreiben. Möchte jedoch das Kind vor Vorschulbeginn seinen Namen lernen zu schreiben, was viele Eltern berichten, dann darf mit ruhigem Gewissen  dem Kind der Name in vorgeschrieben werden und es darf dann mit einem Stift seinen Namen nachfahren oder darunter selbst versuchen zu schreiben.

Geschenk zur Einschulung:

Zur Einschulung können viele Sachen geschenkt werden. In Deutschland werden Schultüten geschenkt. Andere Geschenke sind zum Beispiel Kinderrucksäcke für das Pausenbrot, Turnbeutel, Hausschuhe… Die Kinder haben Freude wenn sie die Geschenke in ihrem Alltag brauchen können.

Damit alle Ideen von Eltern, Grosseltern, Tanten, Onkel etc… geteilt werden können, besteht die Möglichkeit unter Kommentare alle Geschenkideen zur Einschulung und was in eine Schultüte kommen könnte, zu notieren.

Stichtag Einschulung Schweiz:

Kinder werden mit 4 Jahren schulpflichtig. Der Stichtag ist von Schule zu Schule sehr unterschiedlich. In der Regel liegt der Einschulungsstichtag zwischen dem 1. April-31. Juli. Wie es genau in Ihrer Wohngemeinde aussieht, können Sie hier klicken und nachschauen. Dort geben Sie am Seitenende Ihre Wohngemeinde ein und dann erscheint ein Link. Dieser führt Sie zu der zuständigen Schule Ihrer Wohngemeinde. Somit bleibt Ihnen das Suchen erspart.

Stichtag Einschulung Deutschland:

Baden-Württemberg:  5 11M per 30.09

Bayern: 5J11M per 30.09

Berlin: 5J8M per 31.12

Brandenburg: 5J11M per 30.09

Bremen: 6J1M per 30.06

Hamburg: 6J2M per 30.06

Hessen: 6J1M per 30.06

Mecklenburg-Vorpommern: 6J2M per 30.06

Niedersachsen: 5J10M per 30.06

Nordrhein-Westfalen: 5J10M per 30.09

Rheinland-Pfalz: 5J11M per 31.08

Saarland: 6J1M per 30.06

Sachsen: 6J1M per 30.06

Sachsen-Anhalt: 6J1M per 30.06

Schleswig-Holstein: 6J2M 30.06

Thüringen: 6J per 01.08

Vorheriger Beitrag
Hausaufgaben: Tipps für Eltern
Nächster Beitrag
Zähne putzen Kinder: Wichtiges

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü