Frustrationstoleranz

Ein echtes Nein, stärkt Kinder in ihrer Frustrationstoleranz und macht sie stark

Mein Kind reagiert auf meine Neins immer sehr stark und beginnt zu weinen. Und auch sonst hat er keine Frustrationstoleranz. Sie haben gesagt, dass es ohne ein echtes Nein auch kein echtes Ja gibt. Nun dies ist bei uns so eine Sache. Denn mein Kind reagiert auf meine Neins (obwohl ich dies selten sage) immer sehr stark und beginnt zu weinen. Woran liegt dies und wie kann es anstellen, dass mein Kind meine Nein`s lernt zu akzeptieren?

Ein Nein zu jemand, heisst zugleich ein Ja zu sich selbst:

Ein echtes Ja setzt auch ein echtes Nein voraus. Erziehungsberechtigte agieren in einer Vorbildfunktion. So lernen Kinder auch Nein zu sagen, wenn dies für sie wichtig ist, und die Kinder können dies nur lernen, wenn sie dies bei ihren Vorbildern auch selbst erfahren. Ein Nein zu jemandem, heisst zugleich ein Ja zu sich selbst und stärkt das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein des Kindes.

Verschiedene Arten von Nein:

Wenn Sie das nächste Mal in eine solche Situation kommen, empfiehlt es sich für Sie zuerst zu unterscheiden, um welches Nein es geht. Denn es gibt verschiedene Arten von Nein.

Nicht verhandelbares Nein: 

Bei einem Nein, welches nicht verhandelbar ist müssen Erziehungsberechtigte dem Kind gegenüber nicht begründen, warum sie sich so und nicht anders entschieden haben.

⇒ So wie ich Ihr Anliegen lese, benötigen Sie anfangs Nein’s ,welche nicht diskutierbar sind, bis Ihr Kind feststellt und auch erfährt, dass Ihre Neins nicht diskutierbar sind. Sie dürfen in einem solchen Fall ruhig sagen, dass Sie darüber nicht diskutieren und dass dies so ist. Dies ist nämlich sehr wichtig und Sie werden sehen, wenn Sie dies ein paarmal praktizieren, wird Ihr Kind nicht mehr mit Weinen reagieren und Ihr Kind merkt, dass es sich auf Sie verlassen kann, wenn Sie Ja oder dann auch Nein sagen.

Es gibt aber auch irrationale und ungerechte Entscheidungen, über welche später nochmals diskutiert werden kann. Nach Bedarf kann diese Entscheidung revidiert werden.

Verhandelbares Nein:

Bei einem Nein, über das verhandelt werden kann, handelt es sich um ein Nein, das grundsätzlich nicht wichtig ist. Es kann darüber verhandelt werden, insofern keine Erpressung und Manipulation vorausgeht. Nimmt ein Gespräch kein Ende, ist eine Gesprächspause hilfreich, damit Argumente präzise formuliert werden können.

Konflikten nicht immer aus dem Weg gehen:

Gehen Erziehungsberechtigte dem Konflikt vermehrt aus dem Weg, weil sie bei dem Kind beliebt sein möchten, hat dies ein labiles Verhalten des Kindes zur Konsequenz. Zudem lernen Kinder dann, dass Erwachsene erpresst und manipuliert werden können.

Frustrationstoleranz Kinder üben:

Frustrationstoleranz wird automatisch auch in der Grundschule geübt (zB. ein Spiel verlieren können).Die Frustrationstoleranz ist für die Persönlichkeitsentwicklung sehr wichtig.  Erziehungsberechtigte können das Lernen der Frustrationstoleranz unterstützen, indem sie Empathie zeigen. Sie können ihr Verständnis ausdrücken und dem Kind sagen, dass sie es gut verstehen, dass es jetzt zornig ist, und dass sie hoffen, dass es ihm bald wieder besser geht.


Ich bin persönlich auch eher eine Person, welche lieber Ja anstatt Nein sagt. Und doch stelle ich immer wieder fest, dass ein Nein genauso wichtig ist. Damit ich auch ein Nein sagen, dazu stehen kann und die Reaktion aushalten kann, habe ich folgende unterstützende Erziehungsmassnahme im Hinterkopf: „ Ein echtes Nein stärkt Kinder in ihrer Frustrationstoleranz und macht sie stark.

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