Handysucht

Handysucht bei Teenagern & Erwachsenen

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6 Möglichkeiten die Handysucht loszuwerden

Die Handysucht bei Teenagern ist nicht so gross wie bisher angenommen wurde. Denn diese können mit dem Smartphone sehr bewusst Umgehen.

Was wird unter Handysucht verstanden und wann beginnt diese?
Eines haben die Suchten (Computersucht, Computerspielsucht, Onlinesucht, Mediensucht oder Handysucht) gemeinsam. Aus medizinischer Perspektive sind diese Suchten keine anerkannte Krankheiten. Wenn jemand als handysüchtig bezeichnet wird, wird darunter verstanden, dass diese Person suchtypische Merkmale bezüglich des Smartphones hat. Also ist die Handysucht keine stoffgebundene Sucht. Im deutschsprachigen Raum wird von Handysucht gesprochen, wenn die Nutzung beziehungsweise Verwendung zwanghaft ist. Der Begriff „zwanghaft“ wurde aus dem Englischen von der Internetsucht abgeleitet. Zusammenfassend gibt es also keine anderkannte Handysucht. Aus diesem Grund wird dieses Wort von nun an in Anführungszeichen gesetzt. Also kann die Handysucht im Jugendalter oder im Erwachsenenalter höchstens suchttypische Merkmale einer Sucht haben. Die „Handysucht“ beginnt, auch als Handysuchtsymptome bekannt,  also dann, wenn diese Person wegen des Smartphones andere Bereiche stark vernachlässigt, die Nutzung des Handys gesundheitsgefährdend ist und eine zwanghafte Verwendung aufweist.

Warum kommt es zur „Handysucht“ und wie entsteht diese?
Laut dem Medienpsychologen Gregor Waller liegt die Ursache der Handysucht darin, dass das Smartphone eine Art Ersatzgerät ist. Für das Handy hat es früher diverse Geräte wie Tv, Radio, Nintendo, Computer, Fotokamera, Wecker, Uhr etc. gegeben. Die Jugendlichen konsumieren in der heutigen Zeit das Smartphone, welches alles abdeckt und daher wird der Medienkonsum verlagert. Der durchschnittliche Smartphonekonsum beträgt laut der James-Studie 3 Stunden täglich. Wieviel haben Sie früher Tv schauen dürfen? Und wieviel Zeit haben Sie zusätzlich am Computer oder mit Nintendo verbracht? Auf wie viele Stunden kommen Sie insgesamt?

Für was wird das Smartphone genutzt:
WhatsApp nutzen Jugendliche beim Smartphone am Häufigsten. An zweiter Stelle liegt das Fotographien, um die Fotos anschliessend in den sozialen Netzwerken zu posten. Viele Teenies nutzen das Smartphone ebenfalls als Uhr. Laut der James-Studie steht das eigentliche telefonieren an 10-ter Stelle der Smartphonenutzung.

Ab wann haben Primarschulkinder ein eigenes Handy, also ein Kinderhandy?
Eine im Jahre 2016 erhobene deutsche Studie belegt, dass 18 %  der Acht-bis Neunjährigen über ein eigenes Smartphone verfügen. Bei den 6-7-jährigen Kindern sind es 4 %. Im Jahre 2014 lag die Prozentrate bei den 6-7-jährigen Kindern bei 2 % und bei den 8-9 Jährigen bei 10 %.

Ab wann hat ein Teenie ein Smartphone?
Ab dem 14-then Lebensjahr haben 98 % der Teenager ein eigenes Smartphone

Ab wann ist die Nutzung des Smartphones problematisch und welche Folgen hat die Handysucht:
Von Smartphonesucht wird gesprochen, wenn Jugendliche die Schule und soziale Beziehungen vernachlässigen und in ihrer virtuellen Welt leben. Die Nutzung des Smartphone wird dann als problematisch eingestuft, wenn der Smartphonekonsum ähnlich ist wie beim Konsum von Suchtmitteln. Das heisst, dass der Smartphonekonsum stets erhöht werden muss, damit der Teenie das positive Gefühl bei der Smartphonenutzung immer wieder erleben kann. Die betroffene Person ist dann nicht in der Lage den Konsum zu reduzieren. Sollte der Smartphonekonsum von Ihrem Teenie Ihrer Ansicht nach problematisch sein, ist in wenigen Fällen bezüglich der „Handysucht“ eine Therapie notwendig. Um die „Handysucht“ zu bekämpfen und diese wegzubekommen können Sie einfache Regeln einführen, welche zu einem Bewussten Umgang mit dem Smartphone führen.

Wie man die „Handysucht“ los  wird:
Laut Herr Waller haben die heutigen Jugendlichen einen Bewussten Umgang mit dem Smartphone und können das Handy im Gegensatz zu manchen Erwachsenen bewusst weglegen. Stellen Sie jedoch als Eltern fest, dass Ihr Teenie, dass Smartphone nicht bewusst weglegen kann, kann ein Bewusster Umgang gelernt werden.

Bewusster Umgang mit Smartphone üben (auch für Erwachsene):
– In sozialen Netzwerken wie Facebook etc. nicht alles von sich Preis geben:
Besprechen Sie mit Ihrem Teenie, welche Art Foto (keine Akt- bzw. Nacktfotos auf das Netz) hochgeladen werden und schauen Sie gemeinsam auch schlechte Beispiele an und fragen Sie Ihren Teenie, was davon gehalten wird und welcher Eindruck diese Person nun hinterlässt. Thematisieren Sie ebenfalls, dass gewisse Fotos und Posts sich negativ auf ein Bewerbungsverfahren auswirken. Sollte Ihr Teenie bei etwas nicht sicher sein, soll zu jeder Zeit nachgefragt werden dürfen oder bei einer anderen Vertrauensperson, welche Erwachsen ist, da die Eltern im Teeniealter oft schwierig werden 😉 Vielleicht hat Ihr Teenie einen guten Bezug zu Ihrer Schwester, Mutter etc. Laut einem Medienpädagogen ist in einem solchen Fall Vertrauen gut, doch Kontrolle ist besser. Checken Sie immer wieder das Profil Ihres Kindes.

– Eltern als Vorbildfunktion: Eine immer wieder bewährte Methode ist die Funktion der Eltern, denn diese agieren als Vorbild. Dies ist ziemlich effizient. Denn wenn es „Handyfreie-Zonen für Ihr Teenie gibt, fällt Ihnen die Umsetzung und das Durchhalten einfacher, wenn Sie dies gleich wie Ihr Teenie handhaben.

– Reduktion von Smartphonekonsum:
Da das Smartphone ein sogenanntes “all in one” Gerät ist, empfiehlt es sich gewisse Handyfunktionen auszulagern. Zum Beispiel eine Uhr kaufen, damit nicht ständig aufs Smartphone geschaut werden muss. Verfügt der Smartphonenutzer ebenfalls über einen Wecker, wird beim Aufwachen nicht schon das Handy gecheckt. Durch eine Anschaffung eines Weckers erlebt der Konsument automatisch ein gelasseneres Aufstehen, da dieser nicht schon “berieselt” wird. Wir haben dies selbst ausprobiert und festgestellt, dass wir beim Aufwachen viel entspannter und anschliessend viel vitaler sind. Wir sind mehr bei uns und werden nicht schon beim Aufwachen mit Negativ-Informationen berieselt. Zudem können gemeinsam Handyfreie-Zonen vereinbart werden. Während den Mahlzeiten das Smartphone bewusst weglegen und dieses auch bei Klingeln nicht checken. Durch den Bewussten Umgang mit dem Smartphone wird auch wieder echter Kontakt zu haben möglich. Denn via Smartphone kann kein echter Kontakt zustande kommen, da das Smartphone dazwischen ist. Da “Echter Kontakt” zu den Kernbedürfnissen aller gehören, ist dies sehr entscheidend und die Gesprächspartner sind dann auch ganz Ohr wenn mit Ihnen gesprochen wird, wenn auch hier das Smartphone bewusst weggelegt wird.

Smartphonekonsum kann bei Bewältigung von Schicksalsschlägen hilfreich sein:
Wird der Smartphonekonsum durch einen Schicksalsschlag für eine gewisse Zeitdauer also temporär erhöht, kann dies für den Konsumenten ziemlich gut sein. Denn wenn Ihr Teenie gerade eine Trennung eines Partners erlebt, kann der Handykonsum gut tun, da der Konsum eine Art Bewältigungsstrategie ist.

Langeweile darf sein:
Oftmals wird das Smartphone von den Nutzern gebraucht, um ihre Langeweile oder das Warten zu überbrücken. Das Gefühl der Langeweile ist aus neurologischer Perspektive sehr wichtig, denn aus der Langeweile entstehen wertvolle Ideen. Daher empfehlen Neurologen, die nächste Langeweile abzuwarten und diese mal nicht bewusst mit dem Handy zu überbrücken. Mehr darüber im Ebook „Was Eltern WIRKLICH Wissen müssen“.

Negativdiät:
Durch das Smartphone ist man ständig auf dem aktuellsten Stand. Sollte Ihr Teenie neben dem eigentlichen Teeniesein noch mehr genervt und gestresst sein, dann thematisieren Sie Zuhause, was das ständig konsumieren von Negativnachrichten mit Menschen macht. Auch wenn dies eher auf unbewusster Ebene stattfindet. Denn schliesslich sich negative Nachrichten besser. Es gab mal eine Zeitung, welche stets nur Positives berichtete, diese Zeitung wurde schnell vom Markt genommen, da diese keine schwarzen Zahlen schrieb.
Ich habe mich selbst mal 10 Tage auf eine Negativediät gesetzt. Ich wollte wissen, wie das wirklich ist. Und tatsächlich war ich viel gelassener und zufriedener. Da man sich ja nicht stets von negativen Informationen fern halten kann, weil es nicht der Realität entspricht, konsumiere ich bewusst vor dem Einschlafen und vor dem Frühstück keine Nachrichten mehr, sondern nur noch tagsüber.

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