Kind krank

Kind krank & Sie müssen arbeiten-3 Möglichkeiten wie Sie dies unter einen Hut bringen

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Der Winter naht und damit auch die Grippenzeit. Kinder stecken sich zunehmend in Betreuungsinstitutionen und Schulen an. Plötzlich erhalten sie ein Telefonat, dass Ihr Kind abgeholt werden muss.  Nun ist das Dilemma perfekt: Ihr Kind ist krank und Sie müssen zur Arbeit.

Sie sollten arbeiten und weder in der Schule noch in der Betreuungsinstitution (Kita, Tagesmutter) darf Ihr krankes Kind, wegen der Ansteckungsgefahr sein. Vielleicht kennen Sie diese Aussage von Ihrem Vorgesetzen: „Schon wieder ist Ihr Kind krank, organisieren Sie es so, dass Sie arbeiten können!“ Oder Sie sollten morgens zur Arbeit und Ihr Kind ist plötzlich krank…

Das sagt das Arbeitsgesetz, wenn Ihr Kind krank ist:

In der Schweiz: 

  • 3 Tage frei pro Krankheitsfall: Laut Schweizer Gesetz, dürfen Mama und Papa drei Tage von der Arbeit fernbleiben wenn ihr Kind krank ist, um sein Kind zu pflegen. Pro Krankheitsfall darf die Mama oder der Papa drei Tage beziehen, ohne dass mit finanziellen Einbussen und Ferienabzüge gerechnet werden muss. Der Arbeitgeber kann jedoch ein Arztzeugnis dafür verlangen. Wird ein Kind dann zu Hause gepflegt, handhabt dies der Arbeitgeber genau gleich, wie der Arbeitnehmer selbst krank wäre, daher entstehen keine Lohneinbussen. Es ist jedoch wichtig, dass dem Arbeitgeber kommuniziert wird, dass Ihr Kind krank ist und nicht Sie.In Deutschland:

Was jedoch nicht geht: dass die ersten drei Tage die Mama und dann die nächsten drei Tage der Papa zu Hause bleibt, dies ist gesetzlich verboten. Wer mehr als zwei Monate von der Arbeit  fernbleibt wenn das Kind krank ist, dem darf der Arbeitgeber die Ferien kürzen (ein Zwölftel für jeden Monat, in welchem man von der Arbeit fern blieb).

In Deutschland:

  • 5 Tage frei pro Krankheitsfall: Aber Vorsicht, denn dieser Anspruch kann in den Arbeitsverträgen ausgeschlossen werden. Daher lohnt es sich seinen Arbeitsvertrag genauestens zu studieren.Bedingungen damit das Kinderkrankengeld bezahlt wird:

Wurde dieser Anspruch aus Ihrem Arbeitsvertrag ausgeschlossen, besteht noch folgende Möglichkeit: Denn dann haben Sie Anspruch auf Kinderkrankengeld, welche 90 % des Nettogehaltes oder 70 % des Bruttogehaltes entspricht. Pro Kind werden bis 10 Arbeitstage im Jahr pro Elternteil gezahlt. Bei alleinerziehenden Eltern sind es 20 Tage, welche beansprucht werden kann.

Bedingungen damit das Kinderkrankengeld bezahlt wird:

  • Das Kind darf noch nicht das 12-te Lebensjahr beendet
  • Das Kinderkrankengeld wird nur bezahlt, wenn keine andere Person im gleichen Haushalt lebt, welche das kranke Kind gesund pflegen könnte.
  • Bei Privatversicherten wird ebenfalls kein Kinderkrankengeld ausbezahlt.

In Österreich:

  • 2 Wochen im Jahr pro Elternteil: Diese Freistellung von 2 Wochen wird nur bezahlt, wenn das Kind noch nicht 12 Jahre alt ist. Von diesem Anspruch können auch getrennte Eltern profitieren, das heisst, auch wenn ein Elternteil nicht im gleichen Haushalt wohnt, kann der Vater von der Arbeit bezahlt freigestellt werden, damit er sein Kind gesund pflegen kann, obwohl sein Kind nicht mehr im gleichen Haushalt wohnt.
  • 1 Woche im Jahr kann bezahlt bezogen werden, wenn die Kinder älter  als 12 Jahre alt sind.

Betreuung krankes Kind:

Trotzdem hören wir immer wieder von Eltern, dass sie diese gesetzlichen Ansprüche nicht gerne beziehen oder dass sie von diesen gar nichts gewusst hätten. Daher haben wir uns um mögliche Alternativen informiert, falls Ihr Kind länger als drei/fünf Tage krank sein sollte und dies nicht innerhalb der Familie (Eltern, Grosseltern, Bekannte etc.) abgedeckt werden kann:

  • Rotes Kreuz: eine Möglichkeit besteht darin, den Dienst des schweizerischen Roten Kreuzes zu beanspruchen. Denn diese haben ausgebildetes Betreuungspersonal, welche zu den normalen Arbeitszeiten und auch in Ausnahmenfällen abends und am Wochenende zu Ihnen nach Hause Ihr krankes Kind bis 12 Jahre alt pflegen. Diese kümmern sich genauso um Ihr Kind, wie sie auch (kochen, spielen, pflegen, und sind einfach nur da). Wird dem Kind Medikamente verabreicht, wird dies nur in Absprache mit Ihnen getan. Die Dienste vom Roten Kreuz werden nach Ihrem persönlichen Einkommen abgerechnet, somit richtet sich der Preis nach ihrer persönlichen Situation. Teilweise bezahlt dies sogar die Krankenkasse. Mehr Informationen finden sie unter: www.redcross.ch

Eltern haben uns berichtet, dass sie sich anfangs überwinden mussten, damit sie diese Unterstützungsmöglichkeit annehmen konnten, doch laut ihren Aussagen habe sich dies gelohntund greifen in Betreuungsnotfällen gerne darauf zurück.

  • Kinder Spitex: hat ihr Kind jedoch eine schwere Erkrankung oder einen Unfall erlitten, welche motorische und kognitive beeindruckt Beeinträchtigungen mit sich bringen, übernimmt die Kinder Spitex die Betreuung. Weitere Informationen finden sie unter: kinder-spitex.chZuhause erholen sich die Kinder schneller und müssen auch nicht den Lärm von anderen Kindern ertragen. Wenn es den Kindern schlecht geht, sagen sie oft dass sie am liebsten bei der Mama oder beim Papa sein würden.

Wissen sie noch immer nicht, wer Ihr erkranktes Kind während Ihrer Arbeitszeit pflegen soll. Dann klärt die Kinder Spitex ab, welche Hilfe und Unterstützungsmöglichkeiten es für Ihren persönlichen Einzelfall gibt.

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