kinder langweilen

Kinder langweilen sich: Langeweile bei Kindern darf sein

Mein Kind hat immer Langeweile.

Wir unternehmen sehr Vieles und auch Verschiedenes (auch passend für sein Alter). Ich bin wirklich bemüht, dass er viel tun kann. Es ist mir leider nicht immer möglich, etwas tolles zu unternehmen und dann langweilt sich mein Kind schnell. Was kann ich gegen die Langeweile meines Kindes tun.

So wie ich Ihr Anliegen lese, scheinen sie viel Energie zu haben-Wow. Es gibt zwei Varianten warum sich Kinder langweilen. Entweder sind sie unterfordert oder sie können den langen und stillen Moment noch nicht aushalten. Wenn Kinder sich langweilen, weil sie unterfordert sind, dann würden Kinder ein auffälliges Verhalten zeigen (zum Beispiel etwas kaputt machen). Bei Ihrer geschilderten Situation geht es nicht darum, dass Ihr Kind unterfordert ist.  Wahrscheinlich ist er gewohnt, dass immer etwas los ist. Also ist es ihm langweilig, wenn kein Unterhaltungsprogramm zusammengestellt wird und die Langeweile durch die sogenannte Kinderanimation ersetzt wird. Wollen Sie dies zukünftig gelassener nehmen und dabei noch ein gutes Gewissen haben? Dann empfiehlt sich das Lesen bis zum Schluss.

Eine solche Art von Langeweile, welche Sie beschrieben haben, ist wichtig für Ihr Kind. Nun geht es darum, dass Ihr Kind den Umgang mit der Langeweile lernt. Hierzu gehe ich zuerst auf den Begriff Langeweile ein und anschliessend habe ich Ihnen eine mögliche Variante zum Lernen im Umgang mit der Langeweile.

 

Langeweile fördert die Kreativität:

Das Wort langweilig heisst nämlich „eine lange Weile“. Das heisst, der Moment ist lange. Laut Ansicht vieler Wissenschaftler darf ein Augenblick auch mal lange dauern. Und diese langen Momente sind für Kinder sehr wichtig. Aus Forschungen geht hervor, dass aus der Langeweile die tollsten Erfindungen und Erschaffungen entstehen. Das heisst, dass der Ursprung der kreativsten und nützlichsten Ideen die Langeweile ist. Also müssen sich Kinder auch mal langweilen.

Aus meinen Erfahrungen weiss ich, dass das Wort Langeweile bei Eltern vermehrt negativ behaftet ist. Denn es wird dann gedacht, dass das Kind unterfordert ist, was niemand möchte. Aus diesem Grund wird dann ein Programm zusammengestellt, welches für das Kind möglichst spannend und fördernd sein soll.

Montessori hat beobachtet, dass das Schweigen bzw. die Stille wieder gelehrt werden muss. Denn die Stille sei notwendig, damit die Intelligenz der Kinder auf ein höheres Niveau kommen könne. Gerade kleine Kinder und auch ältere Kinder liebten das Schweigen. Für manche Erziehungsberechtigten sei dies eher ungewöhnlich, so Montessori, da die Stille meist mit einem Vorurteil behaftet sei. Daraus würde resultieren, dass Lärm vorhanden sein müsse.

Was kann man tun, wenn Kinder sich langweilen:

Falls sich ein Kind wirklich gelangweilt fühlt, ist hier eine Variante aufgeführt, welche das Kind im Umgang mit der Langeweile unterstützen kann. Diese Variante habe ich ausprobiert und weiterentwickelt. Damit sind viele positive Erfahrungen gesammelt worden. Zudem lässt sich diese Möglichkeit ganz einfach in den Alltag einbauen, egal ob in einer Institution, zu Hause oder auch in den Ferien. Ich habe ein Kissen genäht. Das Kissen entspricht einer Hauptfigur eines Bilderbuches und lässt sich von den normalen Kissen unterscheiden.Immer wenn ein Kind zu mir kommt und sagt, dass es Langeweile hat, darf es auf das Langeweile-Kissen gehen. Dieses Kissen ist immer frei und auf diesem Kissen darf man nur sitzen, wenn einem langweilig ist oder wenn man gerade nicht weiss, was man machen möchte und nachdenken muss. Wenn sich ein Kind im Kindergarten langweilt, kann man auch dort ein Langeweile-Kissen hinlegen.

Das Kind sitzt dann auf dem Kissen und ich schaue mit ihm an, was Langeweile ist.
Dabei gibt es zwei wichtige Sachen zu unterscheiden. Nämlich hat das Kind keine Lust, um zu…. Oder ist der Moment wirklich lange. Schnell merken die Kinder, dass Langeweile nichts mit Lust zu tun hat.

 

Dann lasse ich die Kinder alleine überlegen und somit die Langeweile lernen auszuhalten. Bald kommen die Kinder zu mir und sagen, was für eine tolle Idee sie haben. Sie beginnen dann mit der Umsetzung und ich unterstütze sie, indem ich ihnen das entsprechende Material gebe, falls sie etwas von mir brauchen. Die Kinder sind dann meist tagelang dran, ihre Idee umzusetzen. Wenn die Kinder auf dem Langeweile-Kissen waren, haben sie wahnsinnig tolle Ideen und sind dann mit sehr viel Begeisterung und Freude an der Umsetzung ihrer Idee.
Für jüngere Kinder ist es hilfreicher, dass sich das Langeweile-Kissen oder der Langeweile-Stuhl von den anderen Stühlen unterscheiden lässt. Dies muss aber nicht unbedingt sein. Mit älteren Kindern kann man zum Beispiel einen Platz oder einen Ort vereinbaren, wo sie nachdenken können.
Das Kind darf sich hier wirklich Zeit lassen und nachdenken. Je routinierter das Kind ist, desto schneller kommt es auf neue Ideen. Folglich denkt es immer weniger lang nach. Zudem ist dann Langeweile für das Kind nicht mehr ein unangenehmes Gefühl. Denn das Kind weiss nachher genau, was das Wort Langeweile bedeutet, und lernt den Umgang mit dem langen Moment. Im Lauf des Lebens kommt es immer wieder mal vor, dass man manchmal nicht genau weiss, was man jetzt tun soll oder für was man sich entscheiden soll, wie zum Beispiel bei der Berufswahl oder vor wichtigen Entscheidungen. Haben die Kinder bereits von klein auf gelernt, mit einem langen Moment umzugehen und sich bewusst Zeit zu nehmen, um nachzudenken, erleben sie Momente, in denen sie nachdenken müssen weniger als Stress und druckfreier erleben. Dann sind sie gelassener im Nachdenken, was sich positiv auf Entscheidungen auswirken kann.

Wenn mich eine solche Reaktion wie von Ihrem Kind beschäftig, hilft mir die unterstützende Erziehungsmassnahme: „Langeweile darf sein.“ Wenn Sie mehr davon erfahren möchten, finden Sie genauer Angaben im Ebook: „Was Eltern WIRKLICH wissen müssen“

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