12 Möglichkeiten zum kindgerechten Umgang mit Medien

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Welche Medien sind für meine Kinder angebracht und wie kann ich einen angebrachten Medienumgang fördern?

Leserfrage:
Ich bin ziemlich verunsichert und frage mich immer wieder, welcher Medienkonsum für meine Kinder (3, 5 und 13-jährig) gut ist. Zuviel finde ich nicht so gut und trotzdem gehörten Medien zu unserem Alltag und deshalb möchte ich dies den Kindern auch nicht vorenthalten. Zudem stelle ich immer wieder fest, dass meine Kinder aggressiv reagieren, wenn ich sie fordre das iPad, iPhone etc. wegzulegen. Im Weiteren bestehen meine Kleinsten beim TV schauen sogar darauf, die Werbung ebenfalls zu schauen und sind manchmal wie hypnotisiert.

Ihre Beschreibung lässt mich an meinen jüngeren Bruder erinnern. Dieser hat auch als kleiner Junge stets darauf bestanden, die Werbungen zu schauen und reagierte beim Ausschalten des TVs  aggressiver als sonst.

Definition Medienkonsum:
Medienkonsum bedeutet, dass Personen Medienangebote nutzen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Massenmedien. Das heisst, Medien sind Kommunikationsmittel, welche die Gesellschaft informieren wie zum Beispiel die Presse, Film, Radio, Tv… Unter Medienkonsum wird verstanden, wieviel und welche Medien genutzt werden.

Umgang mit Medien bei Kindern:
Medien
gehören zum Alltag der Gesellschaft, damit Kinder und Jugendliche diese entsprechend nutzen können und der Medienkonsum den Kindern und Jugendlichen nicht schaden, haben verschiedene Medienpädagogen sogenannte Richtlinien aufgestellt. Denn dann gibt es kein Kontra mehr bezüglich des Medienkonsums. Erziehungsberechtigte können etwas gegen den Medienkonsum tun. Nämlich Eltern begleiten ihre Kinder bezüglich des Medienkonsums schrittweise und dosiert.
Denn durch einen bewussten Umgang ermöglichen Sie ihrem Kind einen altersgerechten Umgang ohne dass ihr Kind überfordert wird. Davon profitieren Eltern wiederum auch. Denn  wenn Kinder unbegleitet, unbeschränkt und ungefiltert Medien konsumieren dürfen, sind diese überfordert und Überforderung braucht wiederum ein Ventil „um Dampf abzulassen“, welches oftmals die Eltern entgelten.

Laut dem Medienpädagogen Etienne Büetikofer, bestehen jüngere Kinder darauf die Werbung zu schauen, weil die Kinder in diesem Alter Werbung noch nicht von dem laufenden Trickfilm unterscheiden können. Das heisst, dass Kinder Werbung nicht filtern können und deshalb ein teilweise hypnotisiertes Verhalten aufweisen. Dies liegt daran, dass die Tv-Industrie sich an komplizierten Erzählstrukturen, für junge Kinder noch nicht lesbare Körpersprache, bedienen. Zudem ist das Tempo den jüngeren Kindern oftmals viel zu schnell. Doch warum bedient sich denn die Werbebranche daran, denn diese wissen ja, dass die Kinder die Werbung nicht filtern können? Dies wird von der Werbebranche ziemlich bewusst eingesetzt, denn diese wollen schliesslich Produkte passend zu Weihnachten verkaufen. Und was wünscht sich dann Ihr Kind? Na klar, genau das, was es in der Werbung gesehen hat.
Genau auch wegen diesem komplexen Aufbau können bis ca. 7-jährige Kinder die konsumierten Filme nicht von der Realität unterscheiden. Denn bis ca. 7 Jahren ist es Kindern aufgrund ihres normalen Entwicklungsstands nicht vollständig möglich Erfundenes von der Realität zu unterscheiden. Auch wenn Kinder bis zu diesem Alter immer wieder sagen, dass ihnen dies bewusst sei und sie wissen, dass es dies in Wirklichkeit nicht gibt. Trotzdem gilt es zu bedenken, dass diese noch nicht alles vom Erfundenen unterscheiden können. Aus diesem Grund empfehlen Medienpädagogen den Eltern ebenfalls mal einen Trickfilm mitzuschauen, damit sie wissen was ihr Kind eigentlich schaut und gegebenenfalls ihrem Kind Fragen beantworten können. Dies hat zudem der Vorteil, dass Sie rasch bemerken, welche Inhalte nicht zum Wohle Ihres Kindes sind und können entsprechend reagieren. Denn schlussendlich entscheiden die Eltern, welche Kinderfilme Ihr Kind schauen darf und welche Ihrem Kind nicht gut tut. Damit Kinder das Konsumierte gut verarbeiten können, wird vor dem Schlafen gehen, der Medienkonsum nicht empfohlen. Denn dann muss Ihr Kind, dass noch nicht Verarbeitete während des Schlafes verarbeiten.

Medienkonsum Statistik:
Die Hätti-Studie (ist eine Studie, welche alle Studien zusammengefasst hat) hebt hervor, dass Kinder und Teenager es bevorzugen mit gleichaltrigen draussen zu spielen. Somit stehen bei Kindern und Jugendlichen soziale Interaktionen immer noch vor dem Medienkonsum.

Laut dem Schweizer Neurologen Lutz Jänke, passt sich das Gehirn an und die Mediennutzung hat bei Kindern  keine neurologisch  nennenswerten Folgen, welche belegt werden.

Wie hoch ist der Medienkonsum bei Kindern:
Der Medienkonsum von Kindern hat in den letzten Jahren wie folgt zugenommen:
2014:     6-7-jährige:    2 %, 8-9-jährige:  10 %
2016:     6-7-jährige:    4 %, 8-9-jährige:  18 %
Wie sich der gesamte Medienkonsum in den letzten Jahren verändert hat, kann aus dem Blogbeitrag „Handysucht“ entnommen werden. Ebenfalls können Sie aus diesem Beitrag entnehmen, ab wann der Medienkonsum zuviel ist und als problematisch gilt.

 Empfehlung von Medienkonsum bei Kindern & Jugendlichen:

  • Grundsätzlich nehmen Eltern bei Kindern bezüglich des Medienkonsums eine Rolle des Vorbildes ein. Bei Teenagern agieren Eltern nicht mehr als Vorbild sondern als Begleiter
  • Kleinkinder unter 3 Jahren brauchen keine Medien. Umso mehr jedoch gemeinsames Spielen und Zuwendung
  • Kommen Kinder bis zur Voreinschulung noch nicht in Kontakt mit Smartphones, ist kein Nachteil gegenüber Gleichaltrigen zu verzeichnen. Vorschulkinder berichten, dass sie Medien konsumieren, damit ihnen nicht langweilig sei. Doch aus neurologischer Perspektive darf Langeweile sein. Wie mit Langeweile umgegangen werden kann, ist aus dem Buch zu entnehmen
  • Kinder im Alter von 3-5 Jahren wird ein täglicher Medienkonsum von ca. 30 Minuten vorgeschlagen, da diese sich maximal 30 Minuten konzentrieren.
  • Bei älteren Kinder bis ca. 9 Jahre liegt der Richtwert des Medienkonsums bei 60 Minuten
  • Sendungen das erste Mal gemeinsam mit Ihrem Kind schauen und anschliessend darüber sprechen
  • Die Eltern entscheiden, ob der Inhalt altersentsprechend ist und ob ihr Kind dies verarbeiten kann
  • Bis ca. 7 Jahre alte Kinder können die konsumierte Inhalte nicht von der Wirklichkeit unterscheiden. Daher Empfehlen Medienpsychologen mit diesen gezielte DVD‘s bzw. Filme auszusuchen. Kinder können dann gezielt auf dem Tablet, Pc oder im Tv dies konsumieren. So kann dann das Tablet für Kinder oder andere Medien für Kinder gezielt eingesetzt werden. Dies hat der Vorteil, dass Eltern die Rollenspiele Ihres Kindes verstehen, denn diese ahmen meist ihre Filmhelden nach
  • Wenn ein Film läuft und Werbung wird eingespielt, bemerken dies junge Kinder nicht. Denn sie können die Werbung nicht vom angespielten Film trennen. Auch aus diesem Grund wird empfohlen, Kinderfilme auf Netflix etc. ohne Werbung zu schauen
  • Falls Vorschulkinder surfen dürfen, dann mit den Eltern zusammen und nicht alleine (dazu gehört auch nicht alleine fernsehen im Internet)
  • Konsumregeln vereinbaren: Von wann bis wann darf was und wieviel genutzt werden-bringt viel Gelassenheit in das Familienleben
  • Grundsätzlich wird von den Medienpädagogen vorgeschlagen: vor 3 Jahren kein Bildschirm, vor 6 Jahren keine eigene Konsole, vor 9 kein Internet, vor 12 kein unbeaufsichtigtes Internet

Trotz all dieser möglichen Richtlinien zum Medienkonsum kann dann ein gemütlicher, entspannter Familienabend vor dem Tv genossen werden. Denn von nun an haben Kinder von Eltern Orientierung erhalten. Diese Orientierung gibt den Kindern Sicherheit und sie können nun mit Medien bewusst umgehen. Ich habe unsere wöchentliche Familienabende vor dem Tv sehr genossen, jedoch wohl eher mehr wegen den tollen Familienmomenten und nicht wegen des eigentlichen Tv’s schauen.

Unter diesem Link finden Sie alles zum Thema Medienkonsum.

 

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